Nach der 1:2-Heimniederlage gegen die SSVg Velbert richtet sich der Blick beim KFC Uerdingen bereits auf die nächste Aufgabe. Am Freitag ist mit der SpVg Solingen-Wald ein ambitionierter Aufsteiger in der Grotenburg zu Gast. In der neuen Ausgabe blickt Interimstrainer Christian Höfer auf die Partie gegen Velbert zurück, spricht über die Schwerpunkte der Trainingswoche und erklärt, worauf es gegen Solingen besonders ankommen wird.
Frage: Christian, am Freitag gab es gegen die SSVg Velbert eine 1:2-Niederlage. Gerade in der ersten Halbzeit war das Spiel von einigen Unsauberkeiten geprägt und ihr habt nicht ganz die Intensität und Emotionalität auf den Platz bekommen, die du von der Mannschaft vor dem Spiel gefordert hattest. Damit steht nun die zweite Heimniederlage in Folge. Woran liegt es aus deiner Sicht, dass ihr euch in den vergangenen Heimspielen schwergetan habt? Sind es eher Dinge im eigenen Spiel oder spielt deiner Meinung nach eine entscheidende Rolle, dass ein Auftritt in der Grotenburg für viele Gegner noch einmal eine besondere Motivation mit sich bringt?
Christian Höfer:
,,Für mich ist es kein entscheidender Faktor, dass der Gegner noch einmal zusätzlich motiviert ist, weil er in der Grotenburg oder gegen den KFC Uerdingen spielt. Natürlich ist so ein Spiel für viele Mannschaften etwas Besonderes, aber wir sind genauso motiviert und das sollte keineswegs eine Ausrede dafür sein.
Wir befinden uns aktuell in einer Situation, in der jedes Spiel harte Arbeit ist. Wir müssen uns unsere Erfolgserlebnisse und auch die Dinge, die wir auf dem Platz umsetzen wollen, hart erarbeiten und über 90 Minuten viel investieren, und wenn wir das nicht schaffen, wird es schwierig, Spiele zu gewinnen. Gegen Velbert haben wir viele Dinge gesehen, die nicht gut waren, aber auch Ansätze, auf denen wir aufbauen können. Jetzt geht es darum, diese Fehler schnellstmöglich abzustellen. Wir haben nicht die Zeit, uns über Wochen hinweg langsam heranzuarbeiten, sondern brauchen möglichst schnell Verbesserungen und Erfolgserlebnisse.
In der zweiten Halbzeit war unser Auftritt etwas besser. Da haben wir mehr Emotionalität und Mentalität gezeigt. Aus meiner Sicht hätten wir am Ende dazu einen klaren Elfmeter bekommen müssen. Das haben wir uns im Video noch einmal angeschaut. Davon können wir uns jetzt aber auch nichts mehr kaufen.
Entscheidend ist für uns jetzt, dass wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen und am Freitag über 90 Minuten ein anderes Gesicht zeigen. Wir wollen wieder den Anschluss herstellen, und damit wollen wir gegen Solingen anfangen.„
Frage: Durch die Verlegung des Pokalspiels steht erst am Freitag das nächste Pflichtspiel an. Damit habt ihr vor dem Heimspiel gegen Solingen-Wald eine fast komplette Trainingswoche zur Verfügung. Wie gestaltet ihr diese Woche und welche Erkenntnisse aus dem Velbert-Spiel nehmt ihr besonders mit in die Vorbereitung?
Christian Höfer:
,,Wir müssen uns auf jeden Fall im Spiel mit dem Ball verbessern. Gleichzeitig werden wir wieder einen Schwerpunkt auf unser Anlaufen und die Intensität legen, weil genau das in der ersten Halbzeit gegen Velbert eher nicht gut funktioniert hat. In der zweiten Halbzeit war es bereits besser, auch aufgrund anderer Positionierungen.
Für uns als Trainerteam geht es jetzt darum, genau zu analysieren, was funktioniert hat und was nicht. Das Spiel mit dem Ball, das Verhalten im letzten Drittel und unser intensives Anlaufen werden deshalb wichtige Themen in dieser Woche sein. Unser Tor gegen Velbert ist ein gutes Beispiel für das, was wir sehen wollen. Ähnlich wie beim zweiten Tor in Meerbusch laufen wir hoch an, gewinnen den Ball sehr weit vorne und kommen dadurch direkt in eine gefährliche Situation. Wladi macht das Tor dann natürlich hervorragend. Genau solche Momente wollen wir häufiger erzeugen.
Das Ganze ist natürlich ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Trotzdem müssen wir uns schnell weiterentwickeln. Daran werden wir in dieser Woche intensiv arbeiten, damit wir am Freitag den nächsten Schritt machen und ein besseres Spiel zeigen.“
Frage: Mit Solingen-Wald kommt am Freitag ein Aufsteiger in die Grotenburg, der bislang gezeigt hat, dass er in der Liga gut mithalten kann und aktuell nur einen Punkt hinter uns liegt. Wie schätzt du den kommenden Gegner ein und worauf wird es für euch ankommen, um nach zuletzt zwei Heimniederlagen wieder drei Punkte in der Grotenburg zu behalten?
Christian Höfer:
,,Solingen-Wald hat einen sehr namhaften und erfahrenen Kader, einen großen Etat und bereits gezeigt, dass die Mannschaft in dieser Liga absolut mithalten kann. Deshalb spielt es für uns keine Rolle, dass Solingen als Aufsteiger in die Saison gegangen ist.
Für uns wird entscheidend sein, dass wir über die gesamte Spielzeit an unser Limit gehen. In unserer aktuellen Situation können wir keinen Gegner einfach so wegspielen. Wir müssen uns jeden Punkt hart erarbeiten und von Anfang an die nötige Intensität auf den Platz bringen. Wenn uns das gelingt, bin ich guter Dinge, dass wir das Spiel gewinnen können. Klar ist aber auch: Wenn wir nicht an unsere Leistungsgrenze kommen, wird es gegen eine solche Mannschaft sehr schwierig.“


