Der KFC Uerdingen hat sich in einem Testspiel vor 5.682 Zuschauern in der Grotenburg mit 1:1 von Delay Sports Berlin getrennt. Gegen die früh dezimierten, aber kompakt verteidigenden Gäste musste der KFC lange einem Rückstand hinterherlaufen. Erst ein sehenswerter Distanzschuss von Jesse Sierck sorgte in der Schlussphase des Spiels für den Ausgleich.
Die Spiel startete mit mehr Spielanteilen für den KFC. Der KFC verlagerte das Geschehen früh in die Hälfte der Berliner, fand gegen die kompakt stehende Defensive zunächst jedoch kaum Räume. Alexander Lipinski gab nach fünf Minuten mit einem Schuss aus der Distanz den ersten Abschluss der Begegnung ab.
Delay Sports hielt von Beginn an engagiert dagegen und setzte nach einigen Minuten auch erste eigene Akzente. Die erste große Möglichkeit gehörte dennoch dem KFC: Ibrahim Nadir steckte den Ball in der 13. Minute stark auf Lipinski durch. Der Angreifer umkurvte den Berliner Torhüter, konnte den Ball anschließend aber nicht mehr im Tor unterbringen.
Praktisch im direkten Gegenzug gingen die Gäste in Führung. Bei einem ihrer Vorstöße in den Uerdinger Strafraum wurde Sidney Friede zu Fall gebracht. Den fälligen Elfmeter verwandelte Sky Vincent Tloczynski in der 17. Minute zum 0:1.
Der KFC suchte anschließend nach einer Antwort, tat sich gegen die kompakt stehenden Gäste aber weiterhin schwer. Auch Standardsituationen brachten zunächst keine größere Gefahr. Ein Freistoß aus rund 25 Metern ging deutlich über das Tor, weitere Ecken wurden von der Berliner Defensive aufmerksam verteidigt.
In der 29. Minute musste Delay Sports einen Rückschlag hinnehmen. Reda Ouakil stoppte Yuta Inoue mit einer Notbremse und sah die Rote Karte. Trotz der Überzahl gelang es dem KFC bis zur Pause allerdings nicht, den Druck entscheidend zu erhöhen und wirklich zwingende Torchancen herauszuspielen. Die Gäste verteidigten griffig, warfen sich in die Zweikämpfe und ließen nur wenige klare Abschlüsse zu. So ging es mit einem 0:1-Rückstand in die Pause.
Zur zweiten Halbzeit änderte sich das Bild der Partie zunächst kaum. Der KFC kontrollierte das Spiel und setzte sich meist in der Hälfte der Gäste fest, schaffte es aber kaum, wirklich gefährliche Offensivakzente zu setzen. Vincent Schaub setzte einen Abschluss in der 54. Minute über das Tor. Wenig später sorgte Lipinski nach einer Hereingabe und einem starken Dribbling für Gefahr, sein Abschluss wurde jedoch zur Ecke geklärt.
Mit zunehmender Spielzeit erhöhte Uerdingen den Druck. Zahlreiche Ecken und Freistöße flogen in den Berliner Strafraum, Delay Sports verteidigte jedoch weiterhin geschlossen und mit großem Einsatz. Auch der Berliner Torhüter zeigte eine starke Leistung und verhinderte mehrfach den Ausgleich.
In der 83. Minute war der Bann schließlich gebrochen – und das auf spektakuläre Weise. Jesse Sierck fasste sich aus rund 35 Metern ein Herz und jagte den Ball zum 1:1 in die Maschen. Der Treffer kam aus großer Distanz und belohnte den KFC final für den anhaltenden Druck.
In der Schlussphase drängten die Blau-Roten auf den Siegtreffer. Ein vermeintliches Tor wurde kurz vor Ende jedoch aberkannt. Auch in der sechsminütigen Nachspielzeit boten sich noch Möglichkeiten: Mario Knops setzte einen Freistoß aus rund 22 Metern an die Latte, mehrere weitere Standardsituationen blieben ungenutzt.
Am Ende blieb es beim 1:1. Der KFC war über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, fand gegen einen tief stehenden und aufopferungsvoll verteidigenden Gegner aber zu selten Lösungen aus dem freien Spiel. Delay Sports verdiente sich das Unentschieden durch große Disziplin, hohe Einsatzbereitschaft und eine geschlossene Defensivleistung.
KFC Uerdingen: Grehl – Weingarten, Päffgen (71. Duncan), Halfes-Meis, Hoffmanns – Salonen (46. Dimitrijevski), Fotso Youmssi (57. Thissen), Schaub (71. Kamo), Nadir (46. Knops), Lipinski (90. Kocak) – Inoue (57. Wagner)
Tore: 0:1 Tloczynski (17., Foulelfmeter), 1:1 Sierck (83.)
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte gegen Ouakil (Delay Sports, 29., Notbremse)
Zuschauer: 5.682


