Ohne Päffgen und auch ohne Holzum

Treue. Liebe. Tradition.

Wenn am Samstag der KFC Uerdingen den SV Sonsbeck empfängt, dürfte bei drei Kindern Gänsehautstimmung aufkommen. Benedikt, Luca und Piet werden anlässlich des Weltkindertages am Sonntag in diverse Aufgaben rund um den Spieltag eingebunden. Sie, aber auch alle anderen Zuschauer, möchte der KFC Uerdingen mit drei Punkten für ihr Kommen belohnen.

Das 1:1 bei ETB SW Essen hat bei KFC-Trainer Julian Stöhr einige Sorgenfalten auf die Stirn getrieben, denn der Punktgewinn war bzw. ist eher als zweifacher Punktverlust zu werten. Schließlich hatte Stöhr mit einem Sieg gegen seinen ehemaligen Club gerechnet, vor allem nach dem kämpferischen 2:1-Sieg gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf wenige Tage zuvor. „Wir waren in einigen Situationen zu schlampig“, so der Übungsleiter in seinem Fazit in unserer Rubrik „Der Trainer spricht“.

Wie gegen Essen erwartet Stöhr auch jetzt gegen Sonsbeck einen Sieg. Das letzte Duell im Februar konnte der KFC mit 3:0 gewinnen. Die Torschützen von damals (Ole Päffgen, Mo Benslaiman Benktib und Etti Reck) werden allesamt nicht dabei sein. Die letzteren beiden, weil sie den Verein verlassen haben, Päffgen, weil er weiterhin mit Innenbandanriss ausfällt. Vor allem der Kapitän war einer, den man im Kampf gegen den ETB schmerzlich vermisst hat. Und nun doch länger vermissen wird als angenommen. „Seine Verletzung hat sich als schwerwiegender herausgestellt. Statt der zunächst erwarteten vier Wochen Ausfallpause rechnen wir nun mit sechs. Zum Glück hat Till Weingarten ihn gut ersetzt. Till kann auf drei Jahre in der Oberliga Mittelrhein zurückblicken, er hat absolut die Qualität dafür. Er muss nun in den Rhythmus kommen und dann bin ich guten Mutes, dass er in die Rolle hineinwächst.“

Auch Jonas Holzum fällt aus

Ole Päffgen ist nicht die einzige Korsettstange, die gegen Sonsbeck fehlen wird: Auch Torhüter Jonas Holzum fällt aus, er hat sich eine Bauchmuskelzerrung zugezogen. „Ich hatte schon vor dem Spiel gegen Düsseldorf gemerkt, dass da etwas ist, habe aber mit einigen Übungen die Spannung herausbekommen. Im Training habe ich mich danach durchgekämpft und in Essen hat es dank einiger Schmerzmittel auch noch geklappt. Aber die langen Bälle, auf die ich eigentlich verzichten wollte, dann aber doch spielen musste, haben die Sache nicht besser gemacht. Am nächsten Tag kam ich wegen der Schmerzen kaum aus dem Bett, weswegen mich unser Physio aus dem Verkehr gezogen hat“, sagt Jonas. „Es ist sehr bitter und nervt mich extrem, nun gegen meinen ehemaligen Verein auszufallen.“ Er rechnet damit, die nächsten zwei Wochen zuschauen zu müssen, ist sich aber sicher, dass sein Ersatz Dominic Grehl es gut machen wird: „Er ist ein guter Schnapper. Wir supporten uns gut, ich habe ihm schon Mut zugesprochen.“

Aufgrund des seifigen Untergrund am Essener Uhlenkrug hatte Stöhr seinem Team am vergangenen Sonntag mitgegeben, auch lange Bälle zu spielen, um den Weg nach vorne einzuschlagen. „Wir wollen gegen Sonsbeck nun aber wieder mehr in Situationen kommen, in denen wir unsere Qualität ausspielen können. Darauf haben wir in den vergangenen Tagen den Fokus gelegt. Zudem haben wir uns gut darauf vorbereitet, dass Sonsbeck im Vergleich zum Vorjahr taktisch etwas umgestellt hat. Der SVS ist eine gestandene Oberliga-Mannschaft, die sich noch einmal gut verstärkt hat. Sie sind noch ungeschlagen und haben gegen Velbert und Baumberg vier Punkte geholt, hatten allerdings auch ihre Probleme gegen Scherpenberg und Meerbusch. Das macht sie vielleicht zu einer Art Wundertüte. Unser Ziel ist, das Spiel zu gewinnen – egal wie.“

Die Hoffnung, dass Benedikt, Luca und Piet, aber auch die anderen Zuschauer, zufrieden die Grotenburg verlassen werden, ist also groß.

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