Es ist Spiel eins nach der Beurlaubung von Julian Stöhr: Die Auswärtspartie beim TSV Meerbusch am Samstag, 26. September, 15 Uhr. Seit der Demission des Cheftrainers hat Christian Höfer interimsmäßig übernommen. Der bisherige Co-Trainer hat in den vergangenen Einheiten das Hauptaugenmerk auf die Intensität gelegt: „Wir haben richtig Gas gegeben und werden das bis zum Wochenende fortsetzen. Wir haben härteres Zweikampf-Verhalten und direkte Duelle gefordert, um das Durchsetzungsvermögen zu maximieren. Wenn wir wollen, dass die Mannschaft sich auf dem Platz zerreißt, muss sie das auch im Training zeigen.“ Und so ging es beim 1:1, 2:2 oder 3:3 auch mal auf die Socken. Viele Gespräche habe er seit Montag geführt, um sich noch mehr in die Mannschaft einzuarbeiten.
Es kann wild werden!
Höfer, der in der vergangenen Saison noch sensationell den Klassenerhalt mit der U19 schaffte, wünscht sich eine gewisse Galligkeit, die das Team zuletzt nicht immer gezeigt hat. „Den letzten Meter zu gehen, darauf wird es ankommen. Da nehme ich es auch in Kauf, wenn es wild wird und vielleicht mal ein Pass nicht sauber ankommt oder ein Schuss daneben geht. Wichtig ist, dass wir mehr Intensität auf die Platte kriegen. Ich bin mir sicher, dass das zuletzt nicht das wahre Gesicht der Mannschaft war. Daher war der Unmut der Fans auch vollkommen berechtigt.“ Nicht nur im Training ist die Intensität erhöht worden, auch in der Anzahl der Einheiten gibt es eine Steigerung: „Wir haben eine vierte Einheit dazugenommen“, so Höfer.
Die Mannschaft habe den Trainerwechsel teilweise überrascht aufgenommen, zeige aber volle Bereitschaft, Höfers Kurs mitzugehen. „Ich habe den Jungs mitgeteilt, dass der Kampf um die Plätze neu eröffnet ist. Jeder einzelne steht nun in der Pflicht, es gibt keine Ausreden mehr. Es hat bestimmt keiner etwas extra falsch gemacht oder schlecht gespielt, aber es fehlte einfach etwas im letzten Moment. Wer jetzt liefert, der spielt. Wer nicht, der bleibt draußen. In den Spieltags-Kader kommt nur der rein, der zu 110 Prozent mitgeht. Das haben alle verstanden. In den ersten Einheiten haben alle Vollgas gegeben, die Mannschaft brennt und hat Bock.“
Wechsel im System und beim Personal
Um den Schwung mitzunehmen, den ein Trainerwechsel mit sich bringt, setzt er auch auf einige Änderungen: „Wir müssen mit Sicherheit nicht alles über den Haufen werfen, aber es wird auf der ein oder anderen Position einen Wechsel geben. Auch das System wird ein anderes sein. Wir werden eine andere Aufteilung haben und wollen in der Absicherung zweiter Bälle besser sein. Das wird die Mannschaft allerdings nicht stressen, das wird auch nicht das Thema Nummer eins sein. An erster Stelle steht die Bereitschaft. Es geht darum, präsenter zu sein, sich durchzusetzen und aktiver und besser nach vorne zu spielen.“ Einher gehe das mit einem großen Selbstbewusstsein, es besser machen zu wollen und auch zu können. „Davon bin ich zu hundert Prozent überzeugt.“ Ausfallen werden weiterhin Jonas Holzum (Bauchmuskelzerrung), Ole Päffgen (Innenbandanriss) und Joshua Salonen (Schlüsselbeinbruch).
Höfer: Lauter, impulsiver und mit Emotionen
Anders werde auch das Coaching sein: „Ich bin etwas lauter und impulsiver als Julian, auch emotional an der Seitenlinie, und wähle eine andere Ansprache. Schon das setzt etwas frei. Ich möchte die Mannschaft wachrütteln und etwas aus ihr herauskitzeln. Es geht einfach darum zu gewinnen.“ Gleichwohl betont er die Achtung und das gute Verhältnis zu seinem ehemaligen Chef. „Ich habe mit ihm schon vergangenes Jahr zusammengearbeitet, wir hatten und haben ein gutes Verhältnis. Julian ist ein guter Trainer, daran gibt es keinen Zweifel. Zuletzt waren aber die Resultate enttäuschend, weswegen es verständlich war, dass der Verein reagiert hat.“
Den Gegner und sein Spiel kenne er, „aber wir kümmern uns erst einmal um uns. Wir wollen unser Spiel und unsere Prinzipien durchbringen und fahren mit breiter Brust nach Meerbusch. Die Leute sollen nach 90 Minuten sagen, dass da eine Truppe mit Charakter auf dem Platz stand. Wir kommen mit viel Energie und wollen den Fans etwas zurückgeben!“



