Mit einem deutlichen 5:1-Erfolg ist der KFC erfolgreich in die neue Ligaspielzeit gestartet. Trotz des überzeugenden Ergebnisses sieht Trainer Julian Stöhr noch Entwicklungspotenzial und möchte die kommenden Wochen nutzen, um weiter an Abläufen, Spielkontrolle und Chancenverwertung zu arbeiten. Im Gespräch blickt er auf den gelungenen Auftakt zurück, erklärt den Umgang mit der zweiwöchigen Ligapause und gibt eine erste Einschätzung zum kommenden Gegner Sportfreunde Baumberg.
Frage: Ein 5:1 zum Auftakt – viel besser kann man eigentlich kaum in die Saison starten. Wie zufrieden warst du insgesamt mit dem Auftritt deiner Mannschaft, und wie ordnest du sowohl das Ergebnis als auch die Leistung des Gegners im Nachhinein ein?
Julian Stöhr: Wie du schon sagst: Viel besser kann man eigentlich kaum starten. Dementsprechend war ich sehr zufrieden. Wir haben das Spiel bis auf etwa eine Viertelstunde kontrolliert. Ungefähr zur 50. Minute wurde es von unserer Seite etwas unkontrollierter. Da hätten wir ein bisschen mehr Kontrolle gebraucht, aber da befinden wir uns weiterhin in einem Prozess. Das zeigen wir den Jungs auch entsprechend auf.
Dennoch überwiegt ganz klar das Positive. Wir haben insgesamt viel richtig gemacht. Die Leistung des Gegners muss man natürlich immer auch im Verhältnis zu unserer eigenen Leistung einschätzen. Wir haben Holzheim gar nicht erst ins Spiel kommen lassen. Dadurch hatten sie am Ende kaum eine Chance gegen uns. Dafür sind in erster Linie wir verantwortlich und nicht der Gegner. Daran wollen wir jetzt anknüpfen.
Frage: Mit dem ersten Ligaspiel ist der KFC nun endgültig im Pflichtspielalltag angekommen. Ist deine Mannschaft aktuell schon an dem Punkt, an dem du sie zu diesem Zeitpunkt der Saison haben möchtest? Oder gab es trotz des deutlichen Sieges am Samstag noch Bereiche, in denen ihr euch in den kommenden Wochen gezielt verbessern müsst?
Julian Stöhr: Wir müssen definitiv noch an einigen Themen weiterarbeiten. Wir wollen es schaffen, ein Spiel über 90 Minuten zu kontrollieren und den einen oder anderen individuellen Fehler weniger zu machen. Ein solcher Fehler hat jetzt beispielsweise auch zum Gegentor geführt.
Ein weiteres Thema ist die Chancenverwertung. Wir haben zwar fünf Tore erzielt, aber das Spiel hätte eigentlich schon zur Halbzeit entschieden sein können. Trotzdem haben wir noch einmal einen großen Schritt gemacht, auch im Vergleich zu den vorherigen Testspielen und zum Pokalspiel.
Man hat gesehen, dass die Jungs richtig Lust haben, und das ist immer das Wichtigste. Wenn man eine gewisse Intensität an den Tag legt, kann man auch einmal ein etwas schlechteres Passspiel oder eine nicht optimale Raumaufteilung kompensieren. Das mussten wir am Samstag aber gar nicht, weil wir diese Dinge insgesamt wirklich gut gemacht haben. Wenn alles zusammenkommt, sind wir nur sehr schwer zu schlagen.
Frage: Bis zum nächsten Ligaspiel sind es nun zwei Wochen. Dazwischen stehen noch zwei Testspiele an. Siehst du diese längere Pause vom Ligabetrieb in der frühen Saisonphase eher als Nachteil gegenüber den anderen Teams, oder spielt das für dich keine große Rolle?
Julian Stöhr: Ich hätte natürlich lieber gespielt. Wir wollten bei dem Spiel das Heimrecht tauschen. Die Stadt Düsseldorf hat allerdings mitgeteilt, dass das nicht möglich ist. Das ist natürlich schade, aber wir können es jetzt nicht ändern.
Wir haben mittlerweile zwei Pflichtspiele und zuvor acht Testspiele absolviert. Insgesamt sind wir also schon bei zehn Spielen, deshalb ist das erst einmal in Ordnung. Am kommenden Montag haben wir zwei Testspiele gleichzeitig: eine Mannschaft spielt beim OSV Meerbusch, die andere zu Hause gegen Viktoria Goch.
Ich bin froh, dass die beiden Mannschaften die Möglichkeit haben, gegen uns zu testen. So bleiben wir im Spielbetrieb und können allen Spielern viel Spielzeit geben. Genau das ist der Sinn dahinter, dass wir beide Partien zeitgleich austragen. Die Jungs bekommen noch einmal die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum auf dem Platz zu stehen. Danach richtet sich der Fokus dann wieder voll auf das Spiel gegen Baumberg.
Frage: In zwei Wochen geht es gegen die Sportfreunde Baumberg, die mit einem Unentschieden gegen Sonsbeck in die Saison gestartet sind. Wie schätzt du den kommenden Gegner ein, und was erwartest du für ein Spiel?
Julian Stöhr: Von den Namen und der Qualität des Kaders her schätze ich Baumberg ähnlich stark ein wie im vergangenen Jahr. Sie haben eine wirklich gute Mannschaft und gehören für mich auf jeden Fall ins obere Tabellendrittel. Es gibt aber dort immer wieder verschiedene Gründe, warum sie am Ende vielleicht nicht ganz so weit oben stehen, wie es die individuelle Qualität eigentlich vermuten lässt.
Baumberg werde ich mir aber sicherlich nochmal genauer anschauen. Konkret auf den Gegner vorbereiten werden wir uns aber erst in der kommenden Woche. Jetzt haben wir zunächst eine spielfreie Woche, in der es für uns noch einmal darum geht, weiter an unseren Grundlagen und Abläufen zu arbeiten.
Gegen Sonsbeck sollen sie wohl auch nicht unbedingt die bessere Mannschaft gewesen sein. Ich habe das Spiel allerdings noch nicht gesehen und kann deshalb noch keine genaue Einschätzung dazu abgeben. Allein von der Qualität der Spieler her erwartet uns aber auf jeden Fall eine deutlich schwierigere Aufgabe als am vergangenen Samstag gegen Holzheim.


