Nach dem 1:1-Unentschieden gegen den 1. FC Kleve herrschte beim KFC gemischte Stimmung. Trotz größerer Spielanteile und eines Traumtors zum Ausgleich von Dave Fotso Youmssi reichte es am Ende nur zu einem Punkt. Vor allem die schwache erste Halbzeit und die fehlende Konsequenz in entscheidenden Situationen ärgerten den Trainer nach Abpfiff sichtbar. In der heutigen Ausgabe spricht er über die Ursachen für das Unentschieden und den Fokus auf das kommende Auswärtsspiel beim TSV Meerbusch.
Frage: Am Sonntag gab es zuhause gegen den 1. FC Kleve ein 1:1-Unentschieden, bei dem ein Traumtor von Dave Fotso Youmssi den KFC vor einer Niederlage bewahrte. Trotz größerer Spielanteile kam Kleve in Halbzeit eins zu den gefährlicheren Chancen. Wie bewertest du die gesamte Partie und woran lag es aus deiner Sicht, dass ihr euch am Ende gegen Kleve nicht durchsetzen konntet?
Julian Stöhr: Die zweite Halbzeit war in Ordnung. Es war definitiv keine sehr gute Halbzeit, aber zumindest haben wir uns nach der Pause gesteigert. Die erste Halbzeit dagegen war überhaupt nicht gut. Wenn wir von Beginn an so aufgetreten wären wie in der zweiten Hälfte, dann hätten wir das Spiel gewonnen.
Man hat am Ende auch gemerkt, dass der Gegner körperlich an seine Grenzen gekommen ist. Einige Spieler hatten Krämpfe, zwei mussten sogar ausgewechselt werden. Das zeigt, dass wir mit mehr Intensität und mehr Tempo über die gesamten 90 Minuten wahrscheinlich die besseren Voraussetzungen gehabt hätten, um das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Genau diese Konsequenz und Konstanz haben uns am Ende mitunter gefehlt.
Frage: Wieder einmal tat sich die Mannschaft gegen einen vermeintlichen Underdog schwer und schaffte es trotz größerer Spielanteile nur selten, wirklich gefährlich zu werden. Woran liegt es deiner Meinung nach, dass deine Mannschaft in vielen Topspielen dieser Saison überzeugt hat, sich aber gerade gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte oder gegen Abstiegskandidaten, wie Kleve, häufig schwertat?
Julian Stöhr: Am Ende entscheiden oft Kleinigkeiten. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen, den Gegner viel laufen zu lassen, das Spiel breit zu machen und häufiger über Verlagerungen zu Lösungen zu kommen. Genau das haben wir aber viel zu selten umgesetzt. Im Zentrum waren wir teilweise zu schlampig, um sauber zu verlagern, und wenn wir es direkt versucht haben, waren die Bälle oft zu ungenau oder zu lang. Dadurch hat uns insgesamt die Klarheit und Ruhe im Spiel gefehlt.
Dazu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: die Verteidigung bei Standardsituationen. Das ist nicht nur eine Frage der Qualität, sondern vor allem eine Frage der Einstellung und Mentalität. Wenn du Tore verhindern willst, musst du diese Situationen mit absoluter Konsequenz verteidigen. In der ersten Halbzeit hatte Kleve im Grunde drei gefährliche Aktionen – darunter das Gegentor – und bei diesen Szenen haben wir nicht entschlossen genug verteidigt.
Das hat nichts damit zu tun, ob der Gegner oben oder unten in der Tabelle steht. Es geht darum, ob man bereit ist, in jeder Situation alles dafür zu tun, das eigene Tor zu verteidigen. Genau diese Konsequenz hat uns in manchen Spielen gegen vermeintlich kleinere Gegner gefehlt.
Frage: Nun steht zunächst ein spielfreies Wochenende an, bevor es in zwei Wochen auswärts gegen den TSV Meerbusch auf Kunstrasen geht. Worauf wird es gegen Meerbusch besonders ankommen, um dort einen Auswärtssieg einzufahren?
Julian Stöhr: Meerbusch ist gerade zuhause auf Kunstrasen eine unangenehme Mannschaft, deshalb wird es wichtig sein, von Anfang an die richtige Intensität und Konzentration auf den Platz zu bringen. Wir müssen unser Spiel mit hohem Tempo durchziehen, den Ball gut laufen lassen und gleichzeitig in den Zweikämpfen präsent sein.
Für uns geht es darum, die letzten beiden Spiele der Saison nochmal mit voller Energie anzugehen und die Saison positiv abzuschließen. Wenn wir mit Spielfreude auftreten, mutig nach vorne spielen und über die gesamten 90 Minuten die richtige Mentalität zeigen, dann haben wir gute Chancen, dort etwas mitzunehmen.


