Fünf Siege in Folge, weiterhin im Rennen um den Aufstieg und ein Team, das auch schwierige Spiele für sich entscheidet: Unser KFC befindet sich aktuell in starker Form. In der neuen Ausgabe des wöchentlichen Formates spricht Trainer Julian Stöhr über den jüngsten Erfolg gegen BW Dingden, die Fortschritte der letzten Wochen und die anstehende Herausforderung beim starken Gegner aus Schonnebeck.
Frage: Am Samstag gelang gegen BW Dingden der fünfte Sieg in Folge, sodass man weiterhin am Spitzenreiter dranbleibt. Phasenweise hatte die Mannschaft jedoch zu kämpfen und musste sich den Sieg durch effiziente Chancenverwertung und Mentalität erarbeiten. Was war deiner Meinung nach der ausschlaggebende Faktor dafür, dass die Mannschaft nach dem Ausgleich von Dingden wieder zurück auf die Siegesspur gefunden hat und die 3 Punkte am Ende erkämpft hat?
Julian Stöhr: Es war das erwartete Geduldsspiel und dazu ein schwieriges Spiel für den Kopf. Leistungstechnisch war es alles andere als unser bestes Spiel. Dennoch glaube ich, dass wir in der Hinrunde so ein Spiel nicht gewonnen hätten. Die Chancenverwertung war damals ein Problem, und auch in der Rückrunde ist sie nicht immer optimal gewesen. Aber wir haben inzwischen etwas besser in die Spur gefunden und konnten auch aus Situationen Tore erzielen, die zuvor nicht unbedingt klare Torchancen waren.
Nach dem 1:1 haben die Jungs gemerkt, dass sie mehr investieren müssen. Der Gegner war nah dran, das 2:1 zu machen, und ich glaube, da hat jeder nochmal einen Schritt extra gemacht. Auch unsere Wechsel waren ordentlich. Insgesamt war es am Ende eine echte Willensleistung der Mannschaft, dass wir trotz einer durchwachsenen Leistung die drei Punkte geholt haben.
Frage: Noch vier Spiele stehen aus, und die letzten fünf konnten allesamt gewonnen werden. Im März stellte sich die Situation noch etwas unkonstanter dar, insbesondere die Chancenverwertung war damals oft eine Baustelle. Inzwischen zeigt sich der KFC merkbar konstanter und effizienter vor dem Tor, was maßgeblich auch zum aktuellen Lauf und den Siegen u.a. gegen zwei direkte Topteams der Liga beigetragen hat. Was war deiner Meinung nach der entscheidende Faktor für die Entwicklung deiner Mannschaft in den letzten Monaten?
Julian Stöhr: Ich sage es mal so: In den letzten beiden Spielen haben wir sieben Tore erzielt, davor waren es aber auch Spiele mit weniger Treffern – ein Tor gegen Hilden, zwei in Monheim sowie jeweils ein Tor gegen Homberg und Frintop. Es ist also nicht so, dass plötzlich der Knoten komplett geplatzt ist.
Man sieht aber, dass wir in der Lage sind, mehrere Tore zu erzielen und unsere Chancen effizienter zu nutzen. Trotzdem ist die Chancenverwertung noch nicht auf einem Top-Niveau – sonst hätten wir beispielsweise zur Halbzeit schon 2:0 führen können. Es gab einige gute Möglichkeiten, die wir nicht genutzt haben.
Entscheidend ist jedoch, dass die Mannschaft ruhig bleibt und fokussiert ist, auch wenn es Rückschläge gibt oder wir einmal in Rückstand geraten sollten. Die Jungs haben mittlerweile die Selbstverständlichkeit entwickelt, dass sie Spiele drehen können. Sie lassen sich von einem Gegentor oder Ausgleich nicht mehr aus der Ruhe bringen.
Frage: Am Sonntag steht das Auswärtsspiel gegen Schonnebeck an, eine Mannschaft, die in den letzten Jahren konstant oben mitgespielt hat und über eine hohe individuelle Qualität verfügt, unter anderem mit Unterschiedsspielern wie Niko Bosnjak. Wie gefährlich schätzt du den Gegner ein, welche Herausforderungen kommen auf uns zu und worauf wird es ankommen, um weitere drei Punkte einzufahren und oben dranzubleiben?
Julian Stöhr: Grundsätzlich hat Schonnebeck nach der vergangenen Saison einen kleinen Umbruch durchlaufen. Nachdem sie im letzten Jahr nur knapp am Aufstieg gescheitert sind, stehen sie auch in dieser Saison wieder unter den Top 5. Sie haben eine exzellente Mannschaft mit einer guten Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern und sind spielerisch sehr variabel.
Mit Niko Bosnjak haben sie natürlich einen absoluten Unterschiedsspieler, den ich im letzten Jahr noch selbst trainiert habe. Aber auch darüber hinaus kennt man viele Spieler sowie den Trainer, der hervorragende Arbeit leistet. Trotz dieser Vertrautheit bringen sie die Qualität mit, aus unterschiedlichsten Situationen Tore zu erzielen.
Wir müssen daher von Beginn an wach sein und eine Leistung wie gegen Hilden und Ratingen abrufen – nicht wie gegen Dingden. Ich denke, das fällt den Jungs mental sogar etwas leichter. Der Kunstrasen wird ebenfalls eine Rolle spielen, da wir normalerweise auf einem großen Naturrasenplatz spielen. Natürlich bereiten wir uns darauf vor, aber es bleibt eine Umstellung.
Dennoch bin ich sehr zuversichtlich, dass wir den sechsten Sieg in Folge holen können. Fünf Siege am Stück sind schon eine starke Leistung, das hatten wir bisher noch nicht. Jetzt wollen wir dranbleiben und auch auswärts in Schonnebeck die nächsten drei Punkte holen.


