Nach dem wichtigen Heimsieg gegen den VfB Hilden und vor dem nächsten Topspiel gegen Tabellenführer Ratingen äußert sich unser Trainer Julian Stöhr zum letzten Spiel und zur aktuellen Lage im Aufstiegskampf. Dabei spricht er über die Stärken seines Teams, die Entwicklung in den vergangenen Wochen und die entscheidenden Faktoren für die Schlussphase der Saison.
Frage: Am Samstag gelang gegen den Aufstiegskonkurrenten VfB Hilden – bis dahin die formstärkste Mannschaft der Liga mit zehn Siegen in Folge– ein wichtiger Sieg vor einer tollen Kulisse in der Grotenburg. Zudem ließ auch Ratingen am Sonntag Punkte liegen. Insgesamt also ein sehr erfolgreicher Spieltag für uns, oder? Was hat im Spiel gegen Hilden besonders gut funktioniert und in welchen Bereichen siehst du noch Verbesserungsbedarf?
Julian Stöhr: Ja, es war ein erfolgreicher Spieltag für uns – und das liegt in erster Linie an unserem eigenen Sieg. Was Ratingen gemacht hat, ist für uns zunächst zweitrangig, wir müssen auf uns selbst schauen. Im Spiel gegen Hilden hat vor allem gut funktioniert, dass die Jungs den Matchplan sehr konsequent umgesetzt haben. Wir haben ihre größte Stärke – die Standards – sehr gut verteidigt. Genau daraus ist dann auch unser Tor entstanden, nach einem Konter und der zweiten Aktion.
Besonders hervorzuheben sind die Intensität, Leidenschaft und Emotionen, die uns in manchen Spielen zuvor gefehlt haben. Das war diesmal wirklich stark, da kann ich den Jungs nur ein großes Kompliment machen. Auch defensiv haben wir sehr gut gearbeitet, angefangen bei Reck. Wir haben kaum Torchancen zugelassen. Am Ende müssen wir uns lediglich ein wenig ärgern, dass wir nicht noch das 2:0 nachlegen. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau – wir haben drei Punkte geholt, und das ist entscheidend.
Frage: Nun steht das nächste Topspiel gegen einen weiteren Aufstiegsfavoriten an: Ratingen, welche am Wochenende ebenfalls Punkte abgegeben hat. Was macht diesen Gegner besonders stark und worauf wird es ankommen, um dort einen Auswärtssieg einzufahren und den Rückstand auf einen Punkt zu verkürzen?
Julian Stöhr: Im Endeffekt ist es wieder ein Spiel, das wir gewinnen wollen. Ich habe ja schon gesagt, dass es mir egal ist, wie der Gegner heißt. Jetzt spielen wir gegen den Tabellenführer, der zurecht oben steht. Während Hilden vor allem über das Kollektiv kommt, verfügt Ratingen über eine enorm hohe individuelle Qualität. Mich überrascht es daher nicht, dass sie ganz oben stehen. Sie haben sehr starke Einzelspieler, sind technisch versiert und verfügen mit Demircan über einen hervorragenden Freistoßschützen.
Gleichzeitig haben wir aber auch unsere Qualitäten und Spieler, die Spiele entscheiden können. Im Hinspiel haben wir über weite Strecken gezeigt, dass wir diesen Gegner bespielen können – und das auf einem guten Niveau. Darauf wird es auch diesmal ankommen: die gleichen Tugenden wie zuletzt auf den Platz zu bringen – Intensität, Leidenschaft und Disziplin. Wenn wir das schaffen und wieder die Unterstützung unserer Fans spüren, wollen wir auch auswärts die drei Punkte holen.
Frage: Die Saison geht in die entscheidende Phase und der KFC ist weiterhin mitten im Aufstiegskampf. Mit einem Sieg gegen Ratingen könnte ein weiterer wichtiger Schritt gemacht werden. Hättest du vor der Saison damit gerechnet, dass deine Mannschaft – trotz eines komplett neu zusammengestellten Kaders – so kurz vor Schluss in dieser Position steht? An welchen Stellschrauben müsst ihr deiner Meinung nach noch arbeiten und was gilt es beizubehalten, damit auch die Schlussphase als erfolgreich bewertet werden kann?
Julian Stöhr: Wenn man sich in den letzten Wochen mit Fans, Verantwortlichen oder auch auf Sponsorenveranstaltungen unterhalten hat, ist wohl kaum jemand davon ausgegangen, dass wir zu diesem Zeitpunkt so weit oben stehen. Natürlich haben es sich alle erhofft, aber dass die Mannschaft so performt, ist definitiv sehr positiv hervorzuheben.
Ich glaube, jeder hätte vor der Saison unterschrieben, sechs Spieltage vor Schluss nur wenige Punkte hinter dem Tabellenführer zu stehen. Dass die Erwartungen jetzt gestiegen sind, ist völlig logisch – und das wollen wir auch gar nicht bremsen. Trotzdem bleiben wir realistisch, denn die Ausgangssituation ist, wie sie ist: ein komplett neuer Kader, ein neues Trainerteam – wir sind bei null gestartet, im Gegensatz zu anderen Teams, die sich gezielt verstärken konnten.
Woran wir arbeiten müssen, ist vor allem die Konstanz. Wir dürfen uns keine Leistungsschwankungen mehr erlauben. Es geht darum, die Spannung hochzuhalten und Rückschläge wie in Spielen gegen Holzheim oder Kleve zu vermeiden. Wichtig ist, dass wir die positiven Dinge beibehalten – unsere Intensität, unseren Teamgeist und die klare Umsetzung unseres Plans. Dafür sind wir als Trainerteam verantwortlich, aber auch die Spieler stehen jetzt in der Pflicht, das konstant auf den Platz zu bringen.


