Nach der 1:2-Niederlage bei der Sportfreunde Baumberg richtet sich der Blick beim KFC Uerdingen bereits auf die nächste Aufgabe. Am Freitag empfängt der KFC mit dem SV Scherpenberg einen bislang ungeschlagenen Aufsteiger zum ersten Pflichtheimspiel der Saison. Im Interview spricht Trainer Julian über den Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit in Baumberg, die intensive Trainingswoche sowie die Anforderungen für das Duell mit Scherpenberg. Dabei macht er deutlich, dass seine Mannschaft vor allem in Sachen Laufbereitschaft, Körpersprache und Einstellung eine Reaktion zeigen muss.
Frage: Julian, am Sonntag gab es in Baumberg eine am Ende verdiente 1:2-Niederlage. Nach einer soliden ersten Halbzeit und der 1:0-Führung ließ man Baumberg im zweiten Durchgang innerhalb von nur 15 Minuten zurück ins Spiel und zur Führung kommen. Anschließend fand die Mannschaft offensiv kaum noch eine Antwort, um die Partie noch einmal zu drehen. Wie erklärst du dir den Einbruch in der zweiten Halbzeit? War es in erster Linie eine Frage der Einstellung oder haben taktische Faktoren und die Stärke des Gegners die entscheidende Rolle gespielt?
Julian Stöhr: Grundsätzlich hatten wir eine gute erste halbe Stunde, in der wir auch verdient in Führung gegangen sind. Aus meiner Sicht hätten wir in dieser Phase sogar das 2:0 nachlegen können. Wir waren im Positionsspiel gut, haben unseren taktischen Plan konsequent umgesetzt und viele hohe Ballgewinne erzielt.
Schon einige Minuten vor der Halbzeit haben wir Baumberg dann allerdings besser ins Spiel kommen lassen, weil wir nicht mehr griffig genug waren. Für die zweite Halbzeit hatten wir uns deshalb noch einmal ganz klar vorgenommen, den Gegner früh zu attackieren und ihn gar nicht erst ins Fußballspielen kommen zu lassen, weil wir um seine Qualität wissen.
Umso unverständlicher war es, dass wir uns nach der Pause sofort den Schneid abkaufen lassen haben. Wenn man Baumberg spielen lässt, hat man gesehen, dass sie deutlich besser sind als das, was sie in der ersten Halbzeit gezeigt haben. Deshalb sind wir für diese Niederlage auch komplett selbst verantwortlich.
Auch mit unserer Laufleistung und unserer Körpersprache waren wir überhaupt nicht einverstanden. Gerade nach den Ergebnissen und den vergangenen Wochen war dieser Auftritt in der zweiten Halbzeit für uns absolut unverständlich.
Frage: Nun geht es bereits am Freitag gegen den Aufsteiger SV Scherpenberg weiter, ehe anschließend eine englische Woche auf euch wartet. Wie gestaltet sich die Trainingswoche bei euch und welche Schlüsse beziehungsweise Maßnahmen zieht ihr aus dem vergangenen Spiel in Baumberg?
Julian Stöhr: Die Trainingswoche ist entsprechend intensiv. Wir trainieren heute sowie am Dienstag und Mittwoch. Heute absolvieren die Jungs vor der eigentlichen Einheit zusätzlich noch ein Krafttraining. Am Freitag steht dann das Spiel gegen Scherpenberg an, bevor wir bereits am Sonntag wieder ins Training einsteigen.
Die Woche ist also ziemlich voll. Wir werden uns Scherpenberg in den kommenden Tagen genau anschauen und uns entsprechend auf den Gegner vorbereiten. Entscheidend ist für uns aber vor allem, am Freitag eine deutlich bessere Leistung auf den Platz zu bringen als zuletzt gegen Baumberg.
Frage: Werfen wir einen genaueren Blick auf den kommenden Gegner: Der SV Scherpenberg ist als Aufsteiger nach drei Spielen noch ungeschlagen. Wie schätzt du die Mannschaft qualitativ ein? Ist Scherpenberg ein Aufsteiger, der das Potenzial hat, sich direkt in der Liga zu etablieren, oder siehst du sie eher im Kampf um den Klassenerhalt? Und worauf wird es am Freitag besonders ankommen, um beim ersten Pflichtheimspiel der Saison einen positiven Eindruck zu hinterlassen und die drei Punkte in der Burg zu behalten?
Julian Stöhr: Die Ergebnisse kenne ich natürlich. Heute und morgen werde ich mir den Gegner noch ausführlich auf Video anschauen.
Grundsätzlich haben sie sicherlich das Potenzial, sich in der Liga zu halten. Sie haben aus den ersten drei Spielen bereits fünf Punkte geholt und damit aktuell sogar mehr als wir, wobei wir bislang erst zwei Partien absolviert haben. Was uns am Freitag genau erwartet, werden wir nach der Videoanalyse noch besser einschätzen können. Man darf außerdem nicht vergessen, dass Scherpenberg normalerweise auf Kunstrasen spielt und bei uns auf Naturrasen antreten muss. Diesen Faktor und natürlich auch unseren Heimvorteil wollen wir nutzen.
Fußballerisch möchten wir wieder an die erste halbe Stunde in Baumberg und an unsere Leistung in Holzheim anknüpfen. Gleichzeitig müssen wir eine Leidenschaft, Körpersprache und Einstellung auf den Platz bringen, die zum KFC Uerdingen passt. Mit gesenktem Kopf herumzulaufen und nicht die nötige Spannung zu zeigen, wie es zuletzt phasenweise der Fall war, wollen wir nicht mehr sehen.



