Nach dem Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf II musste sich die Mannschaft am vergangenen Sonntag bei Schwarz-Weiß Essen mit einem 1:1-Unentschieden begnügen. Vor allem nach der Pause geriet das Team phasenweise unter Druck, zeigte anschließend jedoch zumindest eine Reaktion und hatte selbst auch noch Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden. Im Interview blickt der Trainer auf den intensiven, verregneten Auftritt in Essen zurück, ordnet die schwierigen Bedingungen ein und erklärt, worauf es am kommenden Samstag gegen den etablierten Oberligisten SV Sonsbeck besonders ankommen wird.
Frage: Nach dem Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf II gab es am Sonntag beim 1:1 gegen Schwarz-Weiß Essen ein Remis. In Halbzeit 1 entwickelte sich in der Regenphase eine Abnutzungspartie im Mittelfeld, ehe in Halbzeit Zwei vorallem SW Essen den Druck zu Anfang deutlich erhöhte und bei uns vorallem im Passspiel nicht immer die nötige Sauberkeit vorhanden war. Wie fällt dein Fazit zur Leistung der Mannschaft gesamt aus?
Julian Stöhr: Ich sehe es genauso, dass es über weite Strecken ein Abnutzungskampf war. Darauf waren wir allerdings eigentlich auch vorbereitet. Wir waren überzeugt davon, dass wir hinten heraus noch genügend Körner haben und auch von der Bank Spieler bringen können, die eine Partie entscheiden können. So ist es leider nicht ganz gekommen.
Insgesamt haben wir gut dagegengehalten, hatten nach der Halbzeit aber eine Phase, in der das Spiel aufgrund einiger verlorener Zweikämpfe zunehmend in Richtung Essen gekippt ist. Deshalb müssen wir am Ende mit dem Punkt leben. Wir hatten durch Wagner zwar noch die Möglichkeit, das Spiel für uns zu entscheiden, dürfen uns auf der anderen Seite aber auch nicht darüber beschweren, nur einen Punkt mitgenommen zu haben. Essen hatte ebenfalls gute Möglichkeiten. Unterm Strich geht das Unentschieden deshalb in Ordnung.
Frage: Zwischen dem Spiel gegen Fortuna II und der Partie in Essen lagen nur wenige Tage, hinzu kamen schwierige Bedingungen durch den anhaltenden Regen. Inwiefern haben die kürzere Zeit zwischen beiden Spielen und die Platzverhältnisse den Spielverlauf vielleicht beeinflusst, war dies ein nennenswerter Faktor oder siehst du da eher individuelle Faktoren im Vordergrund?
Julian Stöhr: Ich tue mich immer etwas schwer damit, die kurze Regenerationszeit als entscheidenden Faktor anzuführen. Wir wussten schließlich vorher, dass die Spiele so eng aufeinanderfolgen, und haben unser Training dementsprechend angepasst. Von daher war das für uns grundsätzlich in Ordnung. Es ist ja auch nicht so, dass wir bereits über mehrere Wochen hinweg permanent englische Wochen spielen.
Deshalb würde ich die Gründe definitiv eher in anderen, individuellen Bereichen suchen. Auch der Platz war insgesamt in einem sehr guten Zustand. Natürlich war der Rasen durch den anhaltenden Regen an der einen oder anderen Stelle etwas seifig, was bei diesen Bedingungen völlig normal ist. Dadurch lassen sich sicherlich einige technische Unsauberkeiten erklären, aber insgesamt waren für mich andere individuelle Faktoren definitiv ausschlaggebender.
Frage: Trotz der Probleme und Druckphase vorallem zu Beginn von Halbzeit 2 hatte die Mannschaft zum Ende hin auch Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden. Was hat aus deiner Sicht gefehlt, um aus dem 1:1 noch einen Sieg zu machen und wie hast du die ersten Minuten nach der Pause persönlich gesehen?
Julian Stöhr: Direkt nach der Pause hatten wir zunächst noch eine gute Aktion, ich meine durch Luca Thissen. Danach hat Essen den Druck allerdings deutlich erhöht. Wir waren in einigen Situationen zu schlampig und haben gerade in dieser Phase zu viele wichtige Zweikämpfe verloren. Dadurch ist Essen immer besser ins Spiel gekommen und wir konnten zu diesem Zeitpunkt froh sein, zunächst nur mit 0:1 zurückzuliegen. Die Führung war in dieser Phase auch verdient.
Anschließend haben wir uns wieder gefangen, selbst mehr Druck entwickelt und hatten durchaus die Möglichkeiten, das Spiel noch komplett zu drehen. Da waren zwei, drei richtig gute Situationen dabei – unter anderem der Pfostentreffer, ein gefährlicher Kopfball und weitere Möglichkeiten. Mit etwas Glück machen wir in dieser Phase auch das 2:1.
Was mir allerdings gefehlt hat, war, dass wir diesen Druck länger aufrechterhalten. Nach unserem Tor hatten wir für sechs, sieben oder acht Minuten eine sehr gute Phase, danach ist sie aber relativ schnell wieder verpufft. Da hätte ich mir gewünscht, dass wir noch konsequenter dranbleiben und Essen weiter unter Druck setzen. Das ist uns nicht gelungen, weshalb das Unentschieden am Ende auch in Ordnung geht.
Frage: Mit dem SV Sonsbeck kommt am Samstag eine etablierte Oberliga-Truppe in die Grotenburg. Was erwartest du für ein Spiel und worauf wird es gegen diesen Gegner besonders ankommen?
Julian Stöhr: Der SV Sonsbeck ist, wie du schon gesagt hast, seit Jahren eine etablierte Mannschaft in der Oberliga und spielt dort regelmäßig eine ordentliche Rolle. Die Mannschaft ist in ihren Abläufen sehr gefestigt, weil es dort in der Regel keine großen Umbrüche gibt und viele Spieler schon länger zusammenspielen.
In dieser Saison sind sie vielleicht sogar noch etwas schwerer auszurechnen, weil ihr Top-Stürmer aktuell verletzt fehlt. Trotzdem haben sie weiterhin sehr viel Qualität und einige richtig gute Jungs in ihrer Mannschaft. Natürlich werden wir uns Sonsbeck genauso intensiv anschauen wie jeden anderen Gegner auch.
Für uns wird entscheidend sein, von Beginn an den Kampf anzunehmen und ihnen über unsere Intensität den Zahn zu ziehen. Gleichzeitig wollen und müssen wir im fußballerischen Bereich im Vergleich zum Essen-Spiel noch einmal einen Tick zulegen. Wenn uns beides gelingt, wollen wir das Spiel in der Grotenburg natürlich für uns entscheiden.



