Der Trainer spricht: „Aktivität, Aggressivität und Intensität wollen wir in jedem Spiel zeigen“

Treue. Liebe. Tradition.

Der erste Auftritt unter Christian Höfer ist gelungen: Mit 3:0 setzte sich der KFC Uerdingen gegen den TSV Meerbusch durch. Im Gespräch ordnet der Trainer die Leistung seiner Mannschaft ein, spricht über das Miteinander auf dem Platz und erklärt, welche Spielidee er künftig noch stärker verankern möchte und was er von seiner Mannschaft sehen will. Außerdem geht der Blick bereits auf die bevorstehenden Aufgaben und das Heimspiel gegen Velbert am Freitag.


Frage: Christian, du hast vor dem Spiel gesagt, dass man nach den 90 Minuten sehen soll, dass eine Mannschaft mit Charakter auf dem Platz stand. Nun hast du dein erstes Spiel als Trainer an der Seitenlinie mit 3:0 gewonnen. Ist der Mannschaft das deiner Meinung nach sehr gut gelungen? Was hat dir an der Reaktion der Mannschaft auf diese besondere Woche am meisten gefallen, und wie bewertest du die Leistung insgesamt?

Christian Höfer:
,,Ja, absolut. Ich denke, dass wir nach diesen 90 Minuten definitiv sagen können, dass eine Mannschaft mit Charakter auf dem Platz stand. Das hat die Mannschaft sehr gut umgesetzt. Aus meiner Sicht waren wir über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft und haben das Spiel auch in der Höhe verdient mit 3:0 gewonnen. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir es allerdings verpasst, das Spiel frühzeitiger klarer zu gestalten. Besonders gut gefallen hat mir aber das Miteinander auf dem Platz. Man hat gesehen, dass dort eine echte Mannschaft stand, in der jeder für den anderen gearbeitet hat und sich die Spieler gegenseitig unterstützt und gepusht haben.

Das ist für mich zunächst einmal eine absolute Grundtugend. Alles Weitere entwickelt sich daraus. Wir können sicherlich noch besser Fußball spielen, sowohl als Mannschaft als auch individuell. Aber das wird mit der Zeit kommen. In unserer aktuellen Situation ist zunächst entscheidend, dass wir die nötige Mentalität und Intensität auf den Platz bringen und als Mannschaft geschlossen in eine Richtung arbeiten. Genau das haben die Jungs gezeigt.“


Frage: Ihr hattet bereits in der ersten Halbzeit viel Spielkontrolle, habt Meerbusch früh unter Druck gesetzt, euch aber nur wenige wirklich klare Torchancen erspielt. Direkt nach der Pause fällt dann das 1:0. Was hat euch in der ersten Halbzeit noch gefehlt, und was habt ihr nach der Pause in Halbzeit zwei insgesamt besser gemacht?

Christian Höfer:
,,Das sehe ich genauso. Wir hatten auch in der ersten Halbzeit bereits einige Möglichkeiten – beispielsweise nach dem Eckball durch Till Weingarten am zweiten Pfosten, den Kopfball von Jesse, der knapp am Tor vorbeiging, oder den Freistoß von Vincent Schaub. Wir waren immer wieder gefährlich, haben es aber nicht geschafft, uns die ganz klaren Torchancen herauszuspielen. In der Halbzeit haben wir deshalb gesagt, dass wir geduldig bleiben und unser Spiel konsequent fortsetzen wollen. Wir wollten unseren Prinzipien treu bleiben, weiterhin früh anlaufen und mit hoher Intensität und unangenehm gegen den Ball arbeiten. Am Ende ist genau das entscheidend. Wenn man diese Dinge konsequent durchzieht, wird man irgendwann dafür belohnt.

Wir haben offensiv genügend Qualität, um gegen jeden Gegner in dieser Liga Tore zu erzielen. Dass Wladi heute gleich drei Treffer gelungen sind, freut mich natürlich sehr für ihn, aber genauso für die gesamte Mannschaft. Als Stürmer ist es seine Aufgabe, in den entscheidenden Situationen dort zu stehen, wo er gebraucht wird – und das hat er heute hervorragend gemacht.

Natürlich wollen wir ihn als Mannschaft weiterhin bestmöglich dabei unterstützen, auch im Rennen um die Torjägerkanone eine Rolle zu spielen. Unser oberstes Ziel bleibt allerdings der sportliche Erfolg der Mannschaft und am Ende Platz eins. Wenn Wladi darüber hinaus Torschützenkönig werden sollte, wäre das für ihn und für uns natürlich eine sehr schöne zusätzliche Geschichte.“


Frage: Gerade gegen den Ball seid ihr von Beginn an sehr früh und aggressiv angelaufen und habt Meerbusch damit immer wieder zu langen Bällen gezwungen. Wie zufrieden warst du mit der Umsetzung dieser Vorgabe? Und war das bereits ein Stück weit die Art von Fußball, die du künftig von deiner Mannschaft sehen möchtest?

Christian Höfer:
,,Ja, zu 100 Prozent. Das ist genau die Art und Weise, für die wir stehen wollen. Natürlich werden wir nicht jeden Gegner permanent am eigenen Strafraum unter Druck setzen. Es wird auch Spiele geben, in denen wir aus anderen oder etwas tieferen Zonen anlaufen.

Entscheidend ist für mich aber, dass wir alles, was wir tun, mit voller Überzeugung machen. Wenn wir anlaufen und verteidigen, dann müssen wir das konsequent, geschlossen und mit hoher Intensität tun. In der Abstimmung und im Anlaufverhalten gibt es sicherlich noch einige Details, an denen wir arbeiten können. Das ist aber völlig normal, weil jeder Trainer seine eigene Vorstellung davon hat, wie bestimmte Abläufe funktionieren sollen.

Grundsätzlich wollen wir für aktiven Fußball stehen. Wir wollen den Ball haben, nach Ballverlusten schnell und frühzeitig Druck auf den Gegner ausüben und den Ball möglichst schnell zurückerobern. Nach Ballgewinnen soll es dann zielstrebig und mit Tempo in Richtung gegnerisches Tor gehen. Aktivität, Aggressivität und Intensität werden deshalb immer zentrale Bestandteile des Fußballs sein, den ich von meinen Mannschaften sehen möchte.“


Frage: Mit Velbert am Freitag, dem Pokalspiel gegen Regionalligist Hilden am darauffolgenden Mittwoch und Solingen nur zwei Tage später stehen euch innerhalb einer Woche gleich drei Heimspiele bevor – darunter mit Velbert und natürlich Hilden zwei besonders anspruchsvolle Aufgaben. Wie sieht eure Trainings- und Belastungssteuerung für diese Woche aus, und wie wollt ihr diese intensive Phase angehen?

Christian Höfer:
,,Uns steht in jedem Fall eine anspruchsvolle Woche bevor. Aktuell versuchen wir noch, das Pokalspiel zu verlegen. Das würde uns natürlich helfen, gerade mit Blick auf die Belastungssteuerung etwas mehr Spielraum zu bekommen.

Sollte eine Verlegung nicht möglich sein, sind wir aufgrund unseres breiten Kaders dennoch gut auf diese Situation vorbereitet. Dann wird es darum gehen, die Belastung genau zu steuern, entsprechend zu rotieren und Spielern bei Bedarf gezielt Pausen zu geben.

Wir haben genügend Optionen im Kader und wollen diese intensive Phase gemeinsam als Mannschaft angehen. Entscheidend wird sein, die Kräfte sinnvoll zu verteilen und trotzdem in jedem Spiel mit der nötigen Frische und Intensität aufzutreten.„


Frage: Schauen wir noch etwas genauer auf den nächsten Gegner Velbert: Wie schätzt du die Mannschaft ein, was zeichnet sie besonders aus und worauf wird es für euch ankommen, um die drei Punkte in der Burg zu behalten?

Christian Höfer:
,,Die SSVg Velbert ist ein sehr guter Gegner. Ich glaube, dass sich die Zuschauer und Fans auf ein attraktives Oberligaspiel zwischen zwei guten Mannschaften freuen können.

Für uns wird entscheidend sein, erneut die nötige Intensität auf den Platz zu bringen, von Beginn an Gas zu geben und geschlossen als Mannschaft aufzutreten. Fußballerisch verfügen wir über viel Qualität und sind davon überzeugt, dass wir uns vor keinem Gegner in dieser Liga verstecken müssen.

Unser Anspruch ist klar: Wir wollen unsere Spiele gewinnen und im Aufstiegsrennen eine entscheidende Rolle spielen. Dafür müssen wir gegen Velbert wieder konsequent, aktiv und mit voller Überzeugung auftreten. Wir werden alles auf den Platz bringen und mit dem klaren Ziel in das Spiel gehen, die drei Punkte in der Burg zu behalten.“

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