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Jurjus: „Die zweite Hälfte war einfach schlecht“

Hidde Jurjus kam im Sommer vom PSV Eindhoven zum KFC. In den vergangenen drei Partien stand der 26-Jährige im Tor - und kassierte am Sonntag in Lübeck seine erste Niederlage. Der Niederländer spricht über das Spiel, die Saison und niederländische Freunde. 

Hidde Jurjus, nach zwei Siegen und zweimal zu Null hast du in Lübeck deinen ersten Gegentreffer kassiert – und ihr habt prompt verloren. Wie fühlte sich das an?
Jurjus Das fühlte sich richtig schlecht an, ganz ehrlich. Vor allem, weil wir so gut angefangen hatten. Wir hatten direkt zwei, drei gute Chancen. Wenn du dann einmal triffst, wird das meiner Meinung nach ein leichter Job in Lübeck. Aber in der zweiten Hälfte waren wir leider einfach schlecht. Das ist vor allem schade, weil wir unseren guten Lauf hätten fortsetzen können.

Wie erklärst du dir den Leistungsabfall nach der Pause?
Jurjus Schwierig zu erklären. Hinten haben wir eigentlich wenig zugelassen, kassieren dann aber quasi aus dem ersten Torschuss den Gegentreffer. An sich haben wir es insgesamt nicht schlecht gemacht, waren nur in der Zone vor dem Tor einfach nicht wirklich effektiv. Letztlich müssen wir das aber analysieren. So ein großer Leistungsunterschied zwischen beiden Halbzeiten darf nicht sein. Das wissen die Jungs aber auch, die ersten Tage nach der Niederlage waren wir alle echt geknickt, dann haben wir aber den Schalter umgelegt und arbeiten hart und konzentriert, um es besser zu machen.

Du hast die letzten drei Spiele im Tor gestanden, wie beurteilst du deinen bisherigen Saisonverlauf?
Jurjus Ich hatte im März mein letztes richtiges Pflichtspiel in den Niederlanden gemacht, da war klar, dass ich zu Beginn der Saison noch reinkommen musste. Zumal ich jetzt meine erste Station im Ausland habe. Hier wird schon anders Fußball gespielt, daran musste ich mich auch etwas gewöhnen. Das ging aber schnell. Mit Lukas Königshofer ist es ein respektvoller und fairer Zweikampf um den Platz im Tor. Ich freue mich, dass ich meine Chance erhalten habe und der Mannschaft helfen kann.

Bis du abseits der Platzes auch schon so gut angekommen in Deutschland?
Jurjus Ach, das war gar nicht schwer - bis auf den ganzen bürokratischen Aufwand am Anfang. Bürokratendeutsch ist schon krass. Was bitte ist "Kindschaftsverhältnis" für ein Wort? Aber das ist zum Glück alles erledigt. Menschlich ist sowieso alles gut. Wir haben hier beim KFC eine sehr coole Mannschaft und mit Peter van Ooijen habe ich ja sogar einen Landsmann im Team. Mit meiner Freundin Dymphe und unserer kleinen Tochter Jones habe ich außerdem ein schönes Haus in Mülheim gefunden. Direkt nebenan wohnt Vincent Vermeij, ein guter Freund von mir, der in Duisburg spielt. Unsere Töchter sind fast gleich alt, das ist perfekt. Wir treffen uns häufig und essen zusammen, spielen Gesellschaftsspiele. Gerade in der jetzigen Situation sind gute Freunde in der Nähe Gold wert. Wenn die Corona-Situation irgendwann mal überstanden ist, möchte ich auch mehr vom Land sehen. Bei Auswärtsspielen mache ich gerne nochmal einen kurzen Spaziergang durch die Innenstadt. Lübeck zum Beispiel ist wunderschön. Ich werde Mülheim, Krefeld und Düsseldorf besser erkunden, sobald es möglich ist.

Was muss sich ändern, damit wir gegen Unterhaching zurück in die Erfolgsspur finden?
Jurjus Wir müssen vor allem so weiterspielen, wie wir gegen Lübeck angefangen haben. Ich denke, dass wir in dieser Saison in der Verteidigung wenig zulassen. Wenn wir dann noch die Tore schießen, kommt der Erfolg von ganz alleine. Die Jungs arbeiten alle hart, wir haben viel Qualität und Kreativität im Team. Daher mache ich mir da keine Sorgen.

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