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#TBT: Das Drama um Michael Klein

In unserer neuen Rubrik „Throwback Thursday“ blicken wir ab sofort jeden Donnerstag auf Ereignisse unserer bewegten Vereinsgeschichte zurück. Dabei wollen wir an die großen Persönlichkeiten unseres Clubs erinnern, in Nostalgie schwelgen, von Anekdoten berichten, aber auch dramatische Momente der Uerdinger Fußballhistorie ins Gedächtnis rufen, so wie heute zum Start der Serie, bei dem es um den tragischen Tod unseres ehemaligen Spielers Michael Klein geht.

Der damals 33-jährige Rumäne brach am 2. Februar 1993 während einer Trainingseinheit am Löschenhofweg zusammen und verstarb wenig später an Herz-Kreislaufversagen in Verbindung mit einem Infekt in der Lunge.

Die Mannschaft war gerade aus dem Trainingslager an der Algarve zurückgekehrt und bereitete sich in Krefeld auf den Rückrundenstart gegen Bayern München vor. Im Anschluss an einen dreißigminütigen Dauerlauf fand sich das Team zu Dehnungsübungen in der Judohalle auf dem Bayer-Gelände ein, als der routinierte Profi plötzlich Atemprobleme bekam und kollabierte. Physiotherapeut Jürgen Dolls war sofort zur Stelle und versuchte, erste Hilfe zu leisten. Schon kurze Zeit darauf traf ein Notarzt am Löschenhofweg ein. Da die vor Ort eingeleiteten manuellen und elektronischen Herzmassagen erfolglos blieben, brachte man Klein auf schnellstem Weg ins Uerdinger St. Josefs-Hospital. 90 Minuten nach seinem Zusammenbruch konnten die Ärzte aber trotz aller weiteren Rettungsmaßnahmen nur noch seinen Tod feststellen.

Der ganze Club stand damals unter Schock. Niemand konnte fassen, was passiert war. Die Spieler trafen sich am Folgetag zu einem stillen Gedenken auf dem Trainingsplatz. Am Abend des 5. Februars fand eine Trauerfeier in der Michaelskirche in Uerdingen statt, zu der damals neben der Mannschaft auch viele Fans und Freunde kamen, um ihre Anteilnahme zu bekunden und Abschied von dem beliebten Profi zu nehmen.

Auch in Rumänien war die Anteilnahme überwältigend. Am 15. Februar 1993 wurde der 90-fache Nationalspieler in seiner Heimat mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt. 30.000 Menschen kamen seinerzeit zu der Beerdigung, um dem EM- und WM-Teilnehmer die letzte Ehre zu erweisen.

In Rumänien wird Michael Klein bis heute als Held verehrt. Das Stadion seines Heimatvereins Corvinul Hunedoara trägt inzwischen seinen Namen und jedes Jahr findet eine große Trauerfeier statt, bei der die Fans des Clubs traditionell zu seinem Denkmal vor dem Stadion pilgern und an dem Monument Blumenkränze niederlegen. So auch am vergangenen Sonntag, als sich sein Todestag zum 27. Mal jährte.

Auch der KFC Uerdingen und seine Fans werden Michael Klein nie vergessen!

Zur Person:

Der damalige Uerdinger Manager Felix Magath holte Michael Klein im September 1990 vom rumänischen Spitzenclub Dinamo Bukarest, mit dem Klein wenige Monate zuvor Meister und Pokalsieger geworden war. Für Uerdingen bestritt Klein insgesamt 71 Pflichtspiele (37x Bundesliga, 25x 2. Bundesliga und 9x DFB-Pokal) und feierte mit der Mannschaft 1992 den Aufstieg in die Bundesliga.
Für die rumänische Nationalmannschaft absolvierte er 90 Länderspiele und nahm an der Europameisterschaft 1984 in Frankreich sowie an der Weltmeisterschaft 1990 in Italien teil.
Seine Karriere begann er 1973 bei Corvinul Hunedoara. Der größte Erfolg mit seinem Heimatverein, für den er bis 1989 treu blieb, war die Teilnahme am UEFA-Cup 1982/83. Insgesamt bestritt er 322 Spiele in der 1. rumänischen Liga und erzielte dabei 36 Tore.

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